TSMC und ASML mit Zahlen – Banken mit gemischten Ergebnissen – Volkswagen warnt vor weiteren Entlassung wegen deutscher Autokrise – Inflation in China steigt um 5%
Liebe Leser,
das letzte Quartal ist eingeläutet und somit heißt es jetzt auch hier: VOLLGAS! Die Ereignisse überschlagen sich und im Rahmen vom www.SWISSMONDAY.de war ich am Dienstag und Mittwoch live beim IWF-Treffen in Bangkok vor Ort. Das Treffen vom „Internationalen Währungsfonds“ ist ein Highlight, weil hier die Creme de la Creme der Finanz-Jongleure an einem Platz versammelt sind. Ehrlich gestanden war ich nicht INNERHALB der Meeting-Säle anwesend, sondern habe mir von Hoch-karätigen Teilnehmern eine Zusammenfassung an den einschlägigen Hotel-Bars eingeholt. Ich muss sagen: man spürt schon eine bestimmte Energie, wenn man die „Regierungs-Limousinen“ aus den verschiedenen Ländern mit den Chauffeuren beobachtet und man abends ganz locker ins Gespräch kommt. Eine Zusammenfassung erhalten Sie in der Wochenend-Ausgabe.
Die Banken eröffnen in den USA traditionell die Berichtssaison. Seit einigen Wochen sind die Banken aufgrund der Zins- und Anleihen-Entwicklung auf der Verliererseite. Ich habe in den letzten Ausgaben immer wieder auf das Ungleichgewicht der KI- und Chip-Aktien hingewiesen, die sowohl den US- als auch MSCI-World Aktienmarkt stabil oben halten. Der südkoreanische Kospi Index ist sehr Tech-lastig hat sich als „Vor-Indikator“ für die Entwicklung beim Nasdaq etabliert. Im Kospi sind Samsung Electronics und SK Hynix die Schwergewichte. Nun, der Kospi hat die 6.000 Punktemarke nach unten durchbrochen. Die Rotation ist jetzt die Hoffnung. Aber die Banken haben am Dienstag enttäuscht. Wells Fargo und Citigroup sind nach dem Ergebnis gefallen. Bei Goldman Sachs sieht das Ergebnis jedoch besser aus. Hier hilft der aktive Aktienhandel dem Investmenthaus. Schwach und entsprechend bestraft wurde das Ergebnis von Johnson&Johnson bei den Aktionären aufgenommen. Auf der anderen Seite hat Coca Cola ein starkes Ergebnis veröffentlicht und die Aktie nimmt Anlauf auf ein neues Rekordhoch. Vor allem die Anzahl der verkauften Dosen und Flaschen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
In der letzten www.SWISSMONDAY.de Premium-Ausgabe habe ich ausführlich über das kommende Unwetter im „Schulden-Berg“ (auf allen Ebenen) und „Kastel-Geschäfte im KI-Sektor“ aufgeklärt. Daraufhin habe ich von einem Leser eine weitere „Matrix“ von Nvidia-Geschäften erhalten. Es wird immer offensichtlicher, wie sich die KI-Blase durch gegenseitige Deals weiter aufbläht. Wann knallt es? – oder lehne ich mich zu weit aus dem Fenster? Ja, liebe Leser: das weiß man bekanntlich immer erst danach. Doch eine Frage ist legitim: „Wo bleiben die Returns on Investment bei den KI-Playern?“ Zahlen lügen nicht. Nun, wenn man sich manche Bilanzen genauer anschaut, dann kann man auch daran zweifeln. Ob man den Konjunktur-Daten generell trauen kann oder nicht ist die eine Sache. Aber die Inflationsdaten in China sind gegenüber dem Vorjahr um 5% gestiegen!, Dies ist deutlich mehr als im August. Die Handelsumsätze sind um über 30% gestiegen. Auch die Eurozone und in den USA steigen die Konsumenten-Preise. Kein Wunder, wenn man sich die anhaltend hohen Energie-Preise anschaut. Und dies schürt natürlich die Spekulation auf weitere Zinserhöhungen. Diese Zinserwartung führt zu einer Seitwärtsbewegung beim Goldpreis, welcher in der Region von 4.200 US Dollar verharrt.
Die Billionen-schweren (nach Marktkapitalisierung) Chip- und KI-Aktie werden jetzt auf den Prüfstand gestellt. Mit Taiwan Semiconductor (TSMC) und ASLML (Chip-Maschinen-Hersteller) ist auch die Berichtssaison im Chip-Sektor entfacht. Anthropic gibt einen ersten Einblick in sein „Zahlen-Material“. Anthropic hält weiterhin am IPO-Plan in diesem Jahr mit einem Rekord-Börsengang von 2 Billionen US Dollar fest. Dieses 4.Quartal beginnt spannend und wird so wird es voraussichtlich auch weitergehen. In Deutschland geht währenddessen die Talfahrt bei den Autoherstellern weiter. Volkswagen hat erwartungsgemäß ein schwaches Ergebnis / Verkaufszahlen mit den Marken VW und Audi präsentiert und warnt jetzt vor einem weiteren Stellenabbau von bis 100.000 Arbeitsplätze.
Wie geht’s an den Börsen weiter?
Es ist ein Zwischen-Update. Und in den nächsten Wochen erhalten Sie Eilmeldungen in einer schnelleren Frequenz. Einen Ausblick für die kommende Woche erhalten Sie in der Samstags-Ausgabe. Es geht jetzt Schlag auf Schlag. Egal, ob Quartals-Zahlen, oder auf dem politischen „Parkett“. Die Bühne ist offen und die Schlamm-Schlachten entblöden sich immer mehr als ein großes Schauspiel. Wer diesen Zusammenhang noch nicht verstanden hat, wird in den kommenden 3 Monaten bis zum Jahreswechsel auf seine Kosten kommen. – Für all jene, die meinen Humor verstehen, sage ich einfach: Bühne frei! Bis Samstag und genießen wir einfach die Show – eine Show mit einem „Show-Down“, die nicht mehr lange auf sich warten lässt. So zumindest meine Einschätzung, die viele im Rahmen des IWF-Treffens in Bangkok mit mir teilen.
Bis Samstag!
Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur